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Math-Manga analysis. Transl. from the Japanese by Sandra Hohmann. (Mathe-Manga Analysis.) (German)
Wiesbaden: Vieweg+Teubner (ISBN 978-3-8348-0567-6/pbk). ix, 229~p. (2009).
Analysis lernen durch Lesen japanischer Comics? Die “Heldin” dieses Manga fängt bei einer Außenstelle einer Zeitung als Auszubildende an und wird vom Chef laufend mit Mathematik gefüttert. So lernt sie nach und nach das Konzept einer Funktion, die Ableitung (via Approximation erster Ordnung), das Integral, den Fundamentalsatz der Analysis, die Taylor-Entwicklung und schließlich die partielle Ableitung für Funktionen mehrerer Variablen anhand von Beispielen kennen, die dem täglichen Leben entnommen sind. Im großen und ganzen darf man den Versuch als gelungen bezeichnen; jedoch gibt es durchaus einige ärgerliche handwerkliche Fehler. Auf S. 68 geht es beispielsweise um Kohlendioxidbläschen im Bier und deren Energie (es wird leider nicht erklärt, was die Energie einer Blase ist); die hergeleitete Formel $E(r) = -a(\frac43 πr^3) + b (4πr^2)$ stimmt aber nicht mit dem Text in den Sprechblasen überein, wo die Energie einmal proportional zum Volumen und zum andern proportional zu ihrer Oberfläche ist. Auf S. 72 erfährt man, $ζ$ sei “ein griechischer Buchstabe und wird ‘chi’ gesprochen”, und zwei Seiten später heißt es von einer Gleichung, auf deren linker Seite eine $1$ steht: “Da die linke Seite kein $x$ enthält, muss sie gleich $0$ sein”. Wer sich mit der Materie etwas auskennt, sieht leicht ein, wie die Aussagen gemeint sind, aber Anfänger werden durch solche Stolpersteine zu Fall gebracht. Das Buch richtet sich in erster Linie an Studienanfänger, insbesondere mit Mathematik im Nebenfach, ist aber auch für gute Oberstufenschüler lesbar. Analysis lernen durch Lesen von Mangas? Nicht wirklich ‒ aber wer die Grundlagen bereits kennt, wird durch “Mathe-Manga Analysis” bestens unterhalten und lernt das ein oder andere dazu.
Reviewer: Franz Lemmermeyer (Jagstzell)
Classification: A80 A90 I10 I20 I30 I40 I50 I60
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