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Competence orientation or the defence of a concept that cannot be defended like that. (Kompetenzorientierung oder die Verteidigung eines Begriffs, der so nicht verteidigt werden kann.) (German)
Mathematikinformation 64, 27-29 (2016).
Aus dem Text: Inflationsartig wird heute ‒ gerade in der Bildungspolitik ‒ mit dem Begriff “Kompetenz" umgegangen. Sowohl zentrale Bildungsziele der Schule werden mit der Kompetenzbrille betrachtet: Problemlösekompetenz, Modellierungskompetenz, Darstellungskompetenz, kommunikative Kompetenz $\dots$ , als auch jeder noch so kleine Handlungsvorgang eines Lernenden wird mit “Kompetenz" unterlegt: Nullstellenberechnungskompetenz, Geodreiecksbenutzungskompetenz, Lösungskontrollkompetenz $\dots$ . Natürlich sind auch die Lehrpläne der Bundesländer mittlerweile “kompetenzorientiert". Doch der eigentliche Grund für die harsche Kritik an der Kompetenzorientierung ist die Befürchtung bzw. Beobachtung, dass Inhalte gegenüber allgemeinen so genannten (Schlüssel-)qualifikationen in den Hintergrund treten oder gar weitgehend vernachlässigt werden. Diese Befürchtung ist heute für alle Schularten berechtigt, doch hat diese Tendenz weniger etwas mit der Kompetenzorientierung als vielmehr mit gewichtigen “Randbedingungen" wie etwa dem großen Zulauf zum Gymnasium oder ‒ wie etwa in Bayern ‒ der erheblich verringerten Stundenzahlen für das Fach Mathematik zu tun. Lehrpläne werden genau wie Vorlesungsmodule nach Inhalten entworfen und nachträglich mit gut klingenden Kompetenzen angereichert.
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