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Questioning competence orientation! (Kompetenzorientierung hinterfragen!) (German)
Mathematikinformation 64, 16-22 (2016).
Aus dem Text: Der Verein Begabtenförderung Mathematik e.V. hat auf seinem 18. Forum in Wismar erneut eine Podiumsdiskussion, und zwar ‒ fast überfällig schon ‒ zur Kompetenzorientierung Mathematik, veranstaltet. Eine Podiumsdiskussion dient nicht dazu, dass die Diskutanten sich gegenseitig überzeugen oder Genugtuung am Meinungsaustausch empfinden. Ersteres ist kaum möglich und letzteres schlicht irrelevant. Die Kompetenzorientierung mit ihren Begleiterscheinungen (bzw. Kollateralschäden) ist Fachdidaktikern und anderen Befürwortern oftmals tief in die Biographie eingebrannt. Wer jahrelang Forschungsgelder empfangen hat für die Entwicklung neuer Test- und Evaluationsprojekte oder von der Kultusbürokratie für sein IT-Engagement als Ansprechpartner auserkoren ist, wird nicht aus dem Zug aussteigen, auf dem er vor Jahren aufspringen konnte und der ihn zum politisch abgesicherten Erfolg reisen ließ. Jeder, der sich dieser Orientierung verpflichtet fühlt, schafft sich sein eigenes Sinnszenario und Rechtfertigungsschema. Mag auch eine Diskussion Stolpersteine aufwerfen, so kann sie doch nicht zwingend in den Protagonisten ein Bildungsgeschehen in Gang setzen, da nur derjenige, der Willens ist, innezuhalten und widerständig zu denken, sich auch weitergehenden Fragen stellen wird. Vielmehr dient eine Podiumsdiskussion, den Zuhörern ‒ scheinbar Unbeteiligten und noch Uninformierten, Zauderern und Zweiflern, aber auch fachlich Engagierten ‒ Denkanstöße für eigenes Lektürestudium zu liefern, um die Problematik tiefer zu begreifen.
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