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Ten uncomfortable questions on the competence orientation of mathematics education. (Zehn unbequeme Fragen zur Kompetenzorientierung des Mathematikunterrichts.) (German)
Mitt. Dtsch. Math.-Ver. 23, No. 3, 176-180 (2015).
Aus dem Text: Bei der Kompetenzorientierung handelt es sich um ein nutzgesteuertes Konzept der angewandten Psychologie. Kompetenzen sollen die Berufs- und Lebenstauglichkeit messen. Entsprechend soll es im Mathematikunterricht zunehmend um das Bewältigen von Alltagsproblemen gehen. Auf dieser Basis lässt sich aber keine echte Mathematik aufbauen, die Gegenstand wirklicher Allgemeinbildung jenseits bloßer Lebensnotwendigkeiten wäre. Mathematisches Verständnis, das keine konkrete Nutzbarkeit vorweisen kann, wird nun als “träge” deklariert. Outputorientierung funktionalisiert mathematisches Verständnis im Hinblick auf den nützlichen Output und eröffnet damit die Möglichkeit für funktionale Äquivalente, die jenes Verständnis ersetzen. In der Folge verschwinden Inhalte aus den Lehrplänen, das Anforderungsniveau im Abitur sinkt, nicht zuletzt um Abiturientenquoten künstlich immer weiter in die Höhe zu treiben. Die Kompetenzorientierung der Bildungsstandards und (mathematische) Bildung sind unvereinbar.
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