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Elections ‒ how to make a difficult thing worse. (Wahlen ‒ wie man eine schwierige Sache schlecht macht.) (German)
Wurzel 47, No. 9-10, 194-200 (2013).
Aus dem Text: Wie gelangt man von einer Stimmenverteilung einer Wahl auf vernünftigem Wege zu einer Sitzverteilung im Parlament? In Zentraleuropa hat sich hier ‒ entgegen z.B. anglo-amerikanischen Systemen ‒ das Verhältnisprinzip durchgesetzt: Die Sitzverteilung im Parlament sollte möglichst gut die proportionale Verteilung der Stimmen auf die verschiedenen Parteien widerspiegeln. Dabei gelangt man aber zu einem gewissen Problem: Nur in den seltensten Fällen wird der proportional einer Partei zustehende Sitzanspruch eine ganze Zahl sein; fast immer ist dieser hypothetische Sitzanspruch echt gebrochen. Nun gibt es verschiedene Verfahren, die versuchen, dieses Dilemma aufzulösen, doch jedes bringt so seine eigenen Schwierigkeiten mit sich. Der Unmöglichkeitssatz von Balinsky und Young erfasst dieses Phänomen: Es kann kein Verfahren geben, welches erfolgreich die folgenden zwei intuitiv vernünftigen Anforderungen an ein Wahlsystem erfüllt: die Quotenbedingung und die Populationsmonotonie. Die erste Eigenschaft beschreibt den Rundungsvorgang, die zweite jeweils den paarweisen Vergleich zweier Parteien. Da nicht beides zugleich erfüllt werden kann, muss jedes Sitzzuteilungsverfahren hierbei Kompromisse eingehen bzw. wird Paradoxien produzieren, wie z.B. das Sitzzuwachs-Paradoxon, das Neue-Partei-Paradoxon oder das Wählerzuwachs-Paradoxon.
Classification: M70 K90 A40
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