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JFM 63.1157.04
Bol, G.
Gewebe und Gruppen. (Topologische Fragen der Differentialgeometrie LXV.).
(German)
[J] Math. Ann. 114, 414-431 (1937). ISSN 0025-5831; ISSN 1432-1807/e

Bei den Geweben (aus drei Scharen 1, 2, 3 von ``Geraden'') spielen die folgenden Figuren eine Rolle. Die Figur $R$ ({\it Reidemeister}) sieht aus wie die allgemeine Parallelprojektion eines Würfels, Figur $S$ (Sechseck) wie ein regelmässiges Sechseck mit den drei Hauptdiagonalen, und Figur $T$ ({\it Thomsen}) wie ein allgemeineres Sechseck, bei dem aber doch noch jede Hauptdiagonale zwei Seiten parallel ist. Nach Auszeichnung eines Punktes und einer Schar kann man dem Gewebe einen Bereich $\varGamma $ mit einer beiderseits eindeutig umkehrbaren ``Multiplikation'' und mit Einselement zuordnen. Bekannt ist, dass der Bereich $\varGamma $ eine Gruppe ist, wenn die Figur $R$ sich immer schliesst, dass er eine kommutative Gruppe ist, wenn $T$ sich immer schliesst. Über $S$ war nichts derart bekannt. Der Verf. untersucht, welche algebraischen Eigenschaften des Bereiches sich ergeben, wenn man Voraussetzungen macht über die Schliessung derjenigen Figur $U_i$, die aus $R$ entsteht, wenn zwei der darin vorkommenden Geraden der $i$-ten Schar zusammenfallen. Schliessen sich die Figuren $U_1$ bzw. $U_2$ immer, so gelten im Bereich $\varGamma $ die Regeln $$ a\,\bigl((bc)\,b\bigr) = \bigl((ab)\,c\bigr)\,b\ \ \ \text{bzw.}\ \ \ \bigl(b\,(cb)\bigr)\,a=b\,\bigl(c\,(ba)\bigr).\tag1 $$ Schliessen sich $U_1$ und $U_2$, so schliesst sich auch $U_3$. Ein Bereich $\varGamma $ mit beiden Eigenschaften (1) heisst nach {\it R. Moufang} (Math. Ann., Berlin, 110 (1934), 416-430; JFM 60.0093.*) ``Quasigruppe''. Umgekehrt gehört zu jeder Quasigruppe ein Gewebe, in dem sich die Figuren $U_i$ schliessen. Die Punkte lassen sich als Drillinge $(b_1,b_2,b_3)$ von Elementen von $\varGamma $ mit $b_1b_2b_3=e$ darstellen (Klammersetzung ist gleichgültig), derart dass $b_i=$ const. eine Gerade der Schar $i$ ist. Ein Beispiel zeigt, dass auch eine kommutative Quasigruppe keine Gruppe (d. h. nicht assoziativ) zu sein braucht. Wechsel des zu Anfang ausgezeichneten Punktes führt zu abgeänderten Multiplikationen $$ x\,{\ssize \bigcirc }\,y= (xg) (g^{-1} y) $$ mit festem $g$. Sind diese alle identisch oder alle kommutativ, so ist $\varGamma $ eine Gruppe. Ein Nachtrag bringt ein Beispiel eines Gewebes, in dem sich $U_1$ aber nicht immer $U_2$ und $U_3$ schliessen.
(Data of JFM: JFM 63.1157.04; Copyright 2005 Jahrbuch Database used with permission)
[Kneser, H.; Prof. (Tübingen)]

Citations: JFM 60.0093.*

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Scientific prize winners of the ICM 2010
Overhang
Lie groups, physics and geometry. An introduction for physicists, engineers and chemists.

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