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JFM 38.0452.02
Poincaré, H.
Sur l'uniformisation des fonctions analytiques.
(French)
[J] Acta Math. 31, 1-64 (1907). ISSN 0001-5962; ISSN 1871-2509/e

Im Jahre 1883 hatte {\it Poincaré} den fundamentalen Satz ausgesprochen, da\ss\ jede analytische, nicht eindeutige Funktion $y$ von $x$ durch Einführung einer neuen Veränderlichen $t$ mittels der Gleichungen $y=f(t)$, $x=g(t)$ dargestellt werden könne, wo $f(t)$ und $g(t)$ eindeutige Funktion von $t$ sind (F. d. M. 15, 384, 1883, JFM 15.0384.01). Der Beweis, den {\it Poincaré} skizziert hatte, bedarf jedoch an verschiedenen Stellen der genaueren Ausführung.\par {\it Erstens} sollen sich die uniformisierenden Funktionen $f(t)$ und $g(t)$ an jeder Stelle der {\it Riemann}schen Fläche, an der die gegebene Funktion $y$ von $x$ existiert, regulär verhalten. Zweifelhaft bleiben jedoch drei Punkte, die {\it Hilbert} (1900) als Ausnahmestellen bezeichnet hat. Dies beruht darauf, da\ss\ bei dem Beweise als Hülfsfunktion die Umkehrung einer {\it Fuchs}schen Funktion benutzt wird, die für jene drei Punkte nicht existiert. Um die Ausnahmepunkte zu beseitigen, gibt es zwei Wege: man kann die Hülfsfunktion durch eine andere ersetzen, die nicht auf eine solche Schwierigkeit führt, was in $\S$ 4 der vorliegenden Abhandlung geschieht; oder man kann die Einführung einer Hülfsfunktion ganz vermeiden, wie in $\S\S$ 13, 14 gezeigt wird.\par {\it Zweitens} hatte {\it Poincaré} zwar bewiesen, da\ss\ man die betreffende {\it Riemann}sche Fläche konform auf ein Gebiet abbilden könne, das im Innern eines Kreises liegt; aber man ersah daraus noch nicht, da\ss\ dieses auch für einen Kreis möglich war. Diese Schwierigkeit, die bereits von {\it Osgood} behoben worden war, wird in $\S$ 8 behandelt. \par {\it Drittens} gibt es unzählig viele Arten, eine gegebene Funktion $y$ von $x$ zu uniformisieren, und es fragt sich, ob die Methode von {\it Poincaré} auf die einfachste, die in hohem Grade willkürlich ist, bringt ein künstliches Element in die Darstellung, von dem man sich befreien sollte. Dazu mu\ss te bewiesen werden, da\ss\ sich jede einfach zusammenhängende {\it Riemann}sche Fläche auf einen Kreis oder auf eine punktierte Kugel abbilden lä\ss t; es war also das {\it Dirichlet}sche Problem für eine {\it Riemann}sche Fläche mit unendlich vielen Blättern zu lösen. Hierfür lassen sich jedoch die Gebietes nicht unmittelbar bestimmt sind und man vielmehr zu ihrer Bestimmung eine unendliche Reihe von Annäherungen nötig hat. Der Beweis gestaltet sich daher sehr umständlich und erfordert gro\ss e Vorsicht.
(Data of JFM: JFM 38.0452.02; Copyright 2005 Jahrbuch Database used with permission)
[Stäckel, Prof. (Karlsruhe)]

Citations: JFM 15.0384.01

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Scientific prize winners of the ICM 2010
Overhang
Lie groups, physics and geometry. An introduction for physicists, engineers and chemists.

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